
Photovoltaik-Förderung 2026: was bringt wirklich Geld?
Drei Säulen tragen die PV-Förderung in Deutschland: Steuer, Tilgungskredit und Einspeisevergütung. Wir zeigen, was sich kombinieren lässt und welche Landesprogramme sich konkret lohnen.
Drei Förder-Säulen tragen 2026: 0 % Mehrwertsteuer beim Anlagenkauf (automatisch, kein Antrag), Einkommensteuer-Befreiung bei Anlagen bis 30 kWp und KfW-270-Tilgungskredit. Dazu die EEG-Einspeisevergütung für Überschuss-Strom über 20 Jahre. Landes- und Kommunalprogramme ergänzen punktuell, variieren aber stark nach Wohnort.
Die drei bundesweiten Förder-Säulen
19 %
Mehrwertsteuerbefreiung
automatisch, kein Antrag
0 €
Einkommensteuer auf PV-Erträge
bis 30 kWp Anlagengröße
100 %
KfW-270 Tilgungskredit
bis 100 % Finanzierung, vergünstigter Zins
1. Mehrwertsteuerbefreiung (0 %)
Seit dem 1. Januar 2023 fällt auf Photovoltaikanlagen bis 30 kWp, die auf oder an Wohngebäuden montiert werden, keine Mehrwertsteuer mehr an. Das gilt für Module, Wechselrichter, Speicher und Montage in einem Abwasch, also den gesamten schlüsselfertigen Lieferumfang.
- Wer: Privathaushalte und gemischt genutzte Gebäude mit überwiegender Wohnnutzung
- Antrag: Keiner, der Fachbetrieb stellt direkt netto in Rechnung
- Effekt: Spart 19 % gegenüber dem Vor-2023-Niveau
2. Einkommensteuer-Befreiung
Seit der gleichen Steuerreform sind Erträge aus PV-Anlagen bis 30 kWp einkommensteuerfrei, sowohl Eigenverbrauchs-Vergütung als auch Einspeise-Erlöse. Der frühere Aufwand für Anlage EÜR und Einnahme-Überschuss-Rechnung entfällt komplett.
- Wer: Anlagen bis 30 kWp auf Wohngebäuden, bis 15 kWp pro Einheit auf Gewerbe-Gemischt
- Effekt: Keine Steuererklärung mehr für die Anlage nötig
3. KfW-Programm 270: Erneuerbare Energien Standard
Tilgungskredit der staatlichen KfW-Bank, der bis zu 100 % der förderfähigen Kosten abdeckt. Beantragt wird über die eigene Hausbank, nicht direkt bei der KfW.
- Wer: Privatpersonen, freiberuflich Tätige, Unternehmen, gemeinnützige Organisationen
- Konditionen 2026: Zinssatz tagesaktuell, typisch 1-2 Prozentpunkte unter regulären Hypotheken-Zinsen; Laufzeiten 5/10/20 Jahre, tilgungsfreie Anlaufjahre möglich
- Wichtig: Antrag vor Vertragsabschluss
Einspeisevergütung: die laufende Förderung
Wer den selbst erzeugten Solarstrom nicht komplett verbraucht, bekommt für den eingespeisten Überschuss eine garantierte Vergütung über 20 Jahre. Die Höhe hängt von Anlagengröße, Inbetriebnahme-Datum und gewählter Vergütungsart ab.
| Anlagenart | Bis 10 kWp | Bis 40 kWp |
|---|---|---|
| Überschusseinspeisung | ~ 8,03 ct/kWh | ~ 6,95 ct/kWh |
| Volleinspeisung | ~ 12,73 ct/kWh | ~ 10,67 ct/kWh |
Stand Mai 2026, halbjährliche Degression rund 1 %, nächste Senkung zum 1. August 2026. Aktuelle Sätze im Einspeisevergütung-Ratgeber.
Landes- und Kommunalprogramme
Bundesländer und einzelne Kommunen haben ergänzende Programme , meist Zuschüsse für Speicher, Wallbox oder Beratung. Das Programm-Lineup ändert sich quartalsweise; pauschale Aussagen altern schnell.
- Beispiele aktuell aktiver Programme (variabel): NRW „progres.nrw", Berlin „SolarPLUS", Schleswig-Holstein „Klimaschutz"
- Wichtig: Vor KfW-Antrag prüfen, ob das Landesprogramm kombinierbar ist, manche schließen Bundesförderung aus
- Antragsweg: Meist über die jeweilige Landesförderbank oder das Wirtschafts-/Klimaschutzministerium
Antragsstellung Schritt für Schritt
- Beratungsgespräch beim Fachbetrieb: Konkretes Angebot mit Anlagengröße und Komponenten
- Förder-Check: Welche Bundes-, Landes- und Kommunalprogramme passen zu deinem Vorhaben und deiner PLZ
- KfW-Antrag (falls relevant): Über die Hausbank, vor Werkvertrag
- Landesprogramm (falls kombinierbar): Antrag bei Landesförderbank oder zuständiger Stelle
- Werkvertrag mit Fachbetrieb, Bestellung der Komponenten
- Inbetriebnahme: Anmeldung beim Netzbetreiber und im Marktstammdatenregister (MaStR), innerhalb 4 Wochen Pflicht
- Auszahlung: KfW-Tranchen nach Rechnungsvorlage; Einspeisevergütung kommt automatisch monatlich
Häufige Fragen
Welche Förderung lohnt sich am meisten?
Rein finanziell ist die Mehrwertsteuerbefreiung der größte Hebel: 19 % weniger Anschaffungspreis, ohne Antrag, automatisch durch den Fachbetrieb umgesetzt. Bei kreditfinanzierten Anlagen kommt die KfW-270 hinzu, die meist 1-2 Prozentpunkte unter dem regulären Bauzins liegt.
Kann ich mehrere Förderungen kombinieren?
Ja, Steuer-Befreiungen, KfW-270 und EEG-Einspeisevergütung sind kombinierbar. Vorsicht bei Landes- und Kommunal-Zuschüssen: einige schließen die KfW-Förderung aus oder werden auf andere Programme angerechnet. Vor Antrag immer die jeweilige Programm-Richtlinie prüfen.
Wann muss ich den KfW-Antrag stellen?
Vor Vertragsabschluss mit dem Fachbetrieb. Der Antrag läuft über die Hausbank, nicht direkt über die KfW. Wer den Werkvertrag schon unterschrieben hat, hat den KfW-Anspruch für diese Anlage verloren.
Sind Mieteinnahmen aus PV einkommensteuerfrei?
Bei Anlagen bis 30 kWp auf oder an Wohngebäuden: ja. Sowohl Eigenverbrauchs-Vergütung als auch Einspeise-Erlöse fallen seit 2022 unter die Einkommensteuer-Befreiung. Bei Anlagen über 30 kWp greifen die normalen steuerlichen Regeln.
Gibt es Förderung für Speicher?
Bundesweit nicht direkt, der Speicher kann aber über die KfW-270 mitfinanziert werden. Einzelne Bundesländer (z. B. NRW, Berlin) hatten in den letzten Jahren eigene Speicher-Zuschüsse, die Programme öffnen und schließen aber regelmäßig. Aktueller Stand siehe Förder-Check.
Was ändert sich mit der Einspeisevergütung 2026?
Die Vergütung sinkt halbjährlich um etwa 1 %, die nächste Senkung ist zum 1. August 2026 vorgesehen. Wer zum Stichtag vor der Degression in Betrieb geht, sichert sich den höheren Satz für die kommenden 20 Jahre. Wichtiger Ausblick: Im Referentenentwurf zur EEG-Reform ist vorgesehen, die feste Einspeisevergütung für neue PV-Anlagen ab 2027 abzuschaffen, diskutiert vor allem für kleine Anlagen unter 25 kWp. Das ist Stand 2026 ein Entwurf und noch nicht beschlossen, könnte die Wirtschaftlichkeit einer späten Inbetriebnahme aber spürbar verändern. Detail im Einspeisevergütung-Ratgeber.