Hausbesitzer·Ratgeber
Heiztechnik-Zentrale eines mitteleuropäischen Einfamilienhauses, kompakter Hauswirtschaftsraum mit wandhängender Inneneinheit einer Wärmepumpe, danebeneinander Pufferspeicher und Frischwasserstation, sichtbar verlegte Vorlauf- und Rücklauf-Leitungen, ruhige Architektur am Vormittag bei diffusem Tageslicht, keine Personen, keine Werkzeuge, neutrale Farbtemperatur.

Themenwelt · Heiztechnik

Heiztechnik: Wärmepumpe, Pellet und Solarthermie 2026 verstehen

Heiztechnik 2026 ist mehr als Kessel-Tausch. Das GEG verlangt aktuell mindestens 65 Prozent erneuerbare Energie in jeder neu eingebauten Heizung. Das Bundeskabinett hat am 13. Mai 2026 den Entwurf des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG) beschlossen, das diese Pflicht voraussichtlich ab Ende 2026 aufhebt und die Heizungsart wieder frei wählbar macht. Die BEG-Förderung der KfW deckt unabhängig davon weiter bis zu 70 Prozent der förderfähigen Investition, weiter nur für klimafreundliche Heizungen. Wir zeigen, wann sich eine Wärmepumpe lohnt, in welchen Fällen Pellet die ehrlichere Antwort ist und wo Solarthermie als Brücke zwischen Heiztechnik und Photovoltaik ihren Platz hat.

Die Auswahl-Logik bleibt unabhängig vom Marketing einzelner Hersteller: Vorlauftemperatur und Hülle entscheiden über Effizienz, die Wärmequelle und das Brennstoff-Konzept über Versorgungs-Sicherheit, die Förderung über Wirtschaftlichkeit. Drei eigenständige Cluster vertiefen die Detail-Fragen pro System.

Querverbindung Hausbau

Im Neubau verlangt das GEG aktuell mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien für die Heizung. Mit dem geplanten GModG soll diese Pflicht ab Ende 2026 entfallen. Wärmepumpe bleibt die wirtschaftliche Standard-Antwort, Pellet möglich, Solarthermie als Zusatz im Hybrid mit Effizienz-Bonus.

Quellen

Häufige Fragen

Was schreibt das GEG 2026 für die Heizung vor?

Im Neubau in einem ausgewiesenen Neubaugebiet gilt seit 2024 die Pflicht, jede neu eingebaute Heizung mit mindestens 65 Prozent erneuerbarer Energie zu betreiben. Im Bestand und in Neubauten außerhalb ausgewiesener Neubaugebiete greift die Pflicht gestaffelt nach kommunaler Wärmeplanung: Großstädte (über 100.000 Einwohner) ab 2026, kleinere Kommunen ab 2028. Bestehende Heizungen dürfen weiterlaufen, dürfen aber bei Defekt oder nach 30 Jahren Betriebsdauer (Paragraf 72 GEG) nicht mehr als reine fossile Anlage erneuert werden. Detail je Heizungs-Typ in den Cluster-Pages. Hinweis: Das GEG soll durch das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) abgelöst werden, das die 65-Prozent-Pflicht aufhebt, siehe nächste Frage.

Was ändert sich mit dem geplanten Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG)?

Das Bundeskabinett hat am 13. Mai 2026 den Entwurf des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG) beschlossen, das das bisherige Gebäudeenergiegesetz (GEG, oft Heizungsgesetz genannt) ablösen soll. Wichtig: Das GModG ist Stand Juni 2026 ein Gesetzentwurf und noch nicht in Kraft. Rechtlich gilt weiter das GEG. Geplant sind drei zentrale Änderungen. Erstens entfällt die starre 65-Prozent-Pflicht für erneuerbare Energie bei neu eingebauten Heizungen, die Heizungsart wird wieder frei wählbar (Gas, Öl, Flüssiggas, Wärmepumpe, Solarthermie, Biomasse, Wasserstoff oder Wärmepumpen-Hybrid). Zweitens kommt eine stufenweise Beimischungs-Pflicht erneuerbarer Brennstoffe für fossile Heizungen (10 Prozent ab 2029, 15 Prozent ab 2030, 30 Prozent ab 2035, 60 Prozent ab 2040). Drittens läuft die Förderung weiter, die Heizungs-Förderung über die KfW (Programm 458, bis 70 Prozent) ist bis mindestens 2029 abgesichert und bleibt klimafreundlichen Heizungen wie Wärmepumpe und Pellet vorbehalten. Die Bundesrat-Befassung ist für Oktober 2026 vorgesehen, das Inkrafttreten voraussichtlich zum 1. November 2026. Quelle: Bundesregierung und BMWSB, Stand 13.05.2026.

Welche Heizung lohnt sich 2026 für mich?

Im gut gedämmten Bestand und Neubau ist die Wärmepumpe in den meisten Fällen wirtschaftlich erste Wahl, vor allem mit BEG-Förderung bis 70 Prozent. Im unsanierten Altbau mit hoher Vorlauftemperatur, viel Holzverfügbarkeit oder fehlender Stromtarif-Option ist eine Pellet-Heizung eine ehrliche Alternative. Solarthermie ist selten alleinige Heizung, sondern Ergänzung im Hybrid mit Pellet, Gas-Brennwert oder Wärmepumpe. Gas-Brennwert ist ab 2024 nur noch als Übergangs-Lösung sinnvoll, weil sie ab 2029 steigende Bio-Gas- oder Wasserstoff-Anteile verlangt. Detail im Wärmepumpe-Leitfaden und in der Pellet-Übersicht.

Welche Förderung gibt es 2026 für Heizungen?

Die BEG-Heizungs-Förderung läuft seit 2024 über die KfW (Programm 458 für Privatleute). Grundförderung 30 Prozent, plus möglicher Klimageschwindigkeits-Bonus 20 Prozent (bei Tausch fossiler Altheizungen), plus Effizienz-Bonus 5 Prozent (Wärmequelle Wasser, Erde oder natürliches Kältemittel R290), plus Einkommens-Bonus 30 Prozent (Haushaltseinkommen unter 40.000 Euro). Maximal 70 Prozent gedeckelt bei 30.000 Euro förderfähigen Kosten pro Wohneinheit. Pellet hat zusätzlich einen Emissions-Filter-Bonus, der einen elektrostatischen Feinstaub-Filter voraussetzt. Detail in den Förder-Pages der jeweiligen Cluster.

Brauche ich eine Hybrid-Lösung?

Hybrid heißt: zwei Wärmeerzeuger arbeiten parallel an einem Pufferspeicher. Typische Konstellationen sind Wärmepumpe plus Solarthermie (deckt Trinkwarmwasser im Sommer, entlastet die Wärmepumpe), Pellet plus Solarthermie (klassischer Holz-Hybrid mit hoher solarer Sommer-Deckung) und Wärmepumpe plus Gas-Spitzenlast (selten, nur in unsaniertem Altbau mit hoher Vorlauftemperatur). Hybrid bringt Effizienz-Bonus in der BEG-Förderung, kostet aber Mehraufwand bei Hydraulik und Steuerung. Lohnt sich vor allem dort, wo eine reine Wärmepumpe an Vorlauftemperatur-Grenzen stößt. Detail im Kombi-Szenarien-Ratgeber.

Was kosten die verschiedenen Heizungs-Systeme 2026?

Vor BEG-Förderung, schlüsselfertig im Einfamilienhaus mit 130 bis 160 Quadratmetern: Luft-Wasser-Wärmepumpe 28.000 bis 42.000 Euro, Sole-Wasser ab 38.000 Euro aufwärts (Bohrung). Pellet-Heizung 25.000 bis 38.000 Euro inklusive Lager und Schornstein. Solarthermie als Ergänzung 8.000 bis 14.000 Euro. Gas-Brennwert als Übergangs-Lösung ab 12.000 bis 18.000 Euro, ohne langfristige Förder-Perspektive. Mit voller BEG-Förderung sinken die Investitions-Kosten oft unter eine moderne Gas-Heizung. Detail in den Kosten-Pages der jeweiligen Cluster.

Was ist der Unterschied zwischen Solarthermie und Photovoltaik auf dem Dach?

Solarthermie wandelt Sonneneinstrahlung in Wärme um, läuft direkt in den Pufferspeicher und ersetzt Kessel-Energie. Photovoltaik wandelt Sonneneinstrahlung in Strom um und ist universell einsetzbar (Haushalt, Wärmepumpe, E-Auto, Einspeisung). Auf der gleichen Dachfläche liefert Photovoltaik in Verbindung mit einer Wärmepumpe in den meisten Fällen mehr nutzbare Energie als Solarthermie, weil der Strom flexibler einsetzbar ist und die Wärmepumpe aus 1 kWh Strom 3 bis 4 kWh Wärme macht. Solarthermie bleibt sinnvoll im Pellet-Bestand mit hoher Sommer-Trinkwarmwasser-Last, in Großhaushalten und auf Nord- oder denkmalgeschützten Dächern. Detail im Wirtschaftlichkeits-Ratgeber.

Wie geht es weiter?

  • Sanierung Hub-Übersicht: Heizung im Bestand ist Sanierungs-Thema, Hülle vor Heizung als roter Faden.
  • Photovoltaik Hub-Übersicht: PV plus Wärmepumpe als wirtschaftlicher Standard auf der Dachfläche.
  • Hausbau Hub-Übersicht: GEG-Pflicht 65 Prozent EE im Neubau (mit GModG voraussichtlich ab Ende 2026 entfallend), Auswahl der Heiz-Technologie zur Bauweise.
  • Haustechnik Hub-Übersicht: Trinkwarmwasser, Lüftung und Heizung als Schnittstellen-Thema im Eigenheim.
  • Newsletter: werktägliche Updates zu Förder-Änderungen, neuen GEG-Auslegungen und Marktbewegungen.