Hausbesitzer·Ratgeber
Saniertes mitteleuropäisches Einfamilienhaus, frisch verputzte Fassade mit sichtbarem WDVS-Auftrag, neue Fenster mit schmalem Rahmen, ruhige Architektur bei Tageslicht, keine Personen.

Themenwelt · Sanierung

Sanierung: der komplette Leitfaden für Hausbesitzer.

Eine energetische Sanierung senkt Heizkosten, verbessert den Wohnkomfort und steigert den Wert des Hauses. Sie ist aber keine Magie: die Reihenfolge der Maßnahmen, die Wahl der Förderung und die Qualität der Ausführung entscheiden über Erfolg oder teures Stückwerk. Wir zeigen, was 2026 wirklich gefördert wird, welche Dämmung sich rechnet und woran ein Fenster-Tausch erkennbar gut umgesetzt ist.

Förderung 2026

BEG-Einzelmaßnahmen, KfW-Effizienzhaus-Sanierung 261 und 262, iSFP-Bonus von 5 Prozent und steuerliche Förderung nach Paragraf 35c EStG. Welcher Weg sich für welche Maßnahme rechnet.

Wärmedämmung

Fassade, Dach, Kellerdecke und oberste Geschossdecke. GEG-Mindestwerte 2026, typische Kosten pro Quadratmeter, Amortisation und ehrliche Reihenfolge der Maßnahmen.

Fenster

Verglasung 2-fach gegen 3-fach, Rahmen-Materialien Kunststoff, Holz, Holz-Alu, GEG-Anforderung Uw, Einbauqualität nach RAL und Förderung über die BEG-Einzelmaßnahmen.

Dach-Sanierung

Aufsparren-Dämmung gegen Zwischensparren gegen oberste Geschossdecke. GEG-Mindest-U-Werte 2026, Folie und Hinterlüftung, typische Kosten EUR/m² und welche Variante zu welchem Vorhaben passt.

Sanierungsfahrplan (iSFP)

Energieberatung mit Plan und Zeitachse, von dena-gelisteten Energieeffizienz-Experten. iSFP-Bonus 5 Prozent auf BEG-EM, BAFA-Förderung der Beratung selbst, ehrliche Empfehlung wann er sich lohnt.

Häufige Fragen

In welcher Reihenfolge soll ich mein Haus sanieren?

Die fachlich saubere Reihenfolge: erst Hülle, dann Anlagentechnik. Konkret: oberste Geschossdecke und Kellerdecke (kleines Geld, große Wirkung), dann Dach- oder Fassadendämmung, dann Fenster passend zum neuen U-Wert der Wand, zuletzt die Heizung. Wer die Heizung zuerst tauscht, dimensioniert sie häufig zu groß und verschenkt JAZ-Punkte. Detail im Dämmung-Ratgeber und im Wärmepumpe-im-Altbau-Leitfaden.

Welche Förderung gibt es 2026 für eine Sanierung?

Drei parallele Wege: BEG-Einzelmaßnahmen (BAFA bei Hülle, KfW bei Heizung) mit Grundförderung 15 bis 20 Prozent plus 5 Prozent iSFP-Bonus. KfW-Effizienzhaus-Sanierung über die Programme 261 und 262 mit Tilgungszuschuss bis 45 Prozent. Steuerermäßigung nach Paragraf 35c EStG bis 40.000 Euro über drei Jahre, allerdings nicht kombinierbar mit BEG. Detail im Förderungs-Ratgeber.

Brauche ich für die Förderung einen Energieberater?

Ja, in fast allen Fällen. BEG-Einzelmaßnahmen an der Hülle setzen einen Energieeffizienz-Experten aus der Liste der dena (deutsche Energie-Agentur) voraus. Bei Heizungs-Maßnahmen reicht ein qualifizierter Fachbetrieb mit Fachunternehmer-Erklärung. Der iSFP-Bonus von 5 Prozent setzt einen vollständigen individuellen Sanierungsfahrplan voraus.

Was kostet eine Komplett-Sanierung typischerweise?

Bei einem Einfamilienhaus aus den 1960er bis 1980er Jahren mit 130 bis 160 Quadratmetern Wohnfläche liegt eine energetische Komplett-Sanierung auf KfW-55-Niveau zwischen 130.000 und 220.000 Euro vor Förderung, je nach Substanz und Ausstattung. Die Spannweite ist hoch, weil Dach, Fassade, Fenster, Heizung, Lüftung und teilweise Statik in einem Zug umgebaut werden.

Lohnt sich eine Sanierung wirtschaftlich überhaupt?

Bei Einzelmaßnahmen meist ja, wenn sie ohnehin anstehen (Dach undicht, Fenster reparaturbedürftig, alte Heizung). Eine Komplett-Sanierung amortisiert sich rein über Energie-Einsparung selten in unter 25 Jahren, wirtschaftlicher Treiber sind Wertsteigerung der Immobilie, Komfort-Gewinn und der schrittweise Wegfall fossiler Heizkosten. Förderung verbessert die Rechnung deutlich.

Was ist der Unterschied zwischen Effizienzhaus und Einzelmaßnahmen?

Einzelmaßnahmen sind in sich abgeschlossene Schritte (zum Beispiel Fassadendämmung, Fenstertausch, Heizungstausch), die je separat über die BEG gefördert werden. Effizienzhaus-Sanierung bündelt mehrere Maßnahmen und führt das Gebäude auf einen definierten Energieeffizienz-Standard (EH 85, 70, 55, 40), gefördert über KfW-Kredit mit Tilgungszuschuss in den Programmen 261 und 262. Höhere Förderquote, höhere Komplexität.

Aufsparren oder Zwischensparren beim Dach, was ist besser?

Aufsparren-Dämmung ist die wärmebrücken-freie Variante mit U-Werten 0,14 bis 0,18 W/m²K, lohnt sich aber nur, wenn die Eindeckung ohnehin getauscht wird (Mehrkosten 60 bis 90 EUR/m² gegenüber reiner Neueindeckung). Zwischensparren plus Untersparren ist die wirtschaftliche Variante von innen mit U-Werten 0,18 bis 0,22 W/m²K, deutlich günstiger (80 bis 140 EUR/m²), aber mit Holz-Wärmebrücken durch die Sparren. Detail im Dach-Ratgeber.

Muss ich meine alte Gasheizung 2026 sofort tauschen?

Nein. Bestehende Heizungen dürfen weiter laufen, eine 65-Prozent-EE-Pflicht greift im Bestand erst mit der kommunalen Wärmeplanung (Großstädte bis 30.06.2026, kleinere Kommunen bis 30.06.2028). Bei Defekt oder Alter über 30 Jahre besteht Tausch-Pflicht nach Paragraf 72 GEG. Detail im Heizung-im-Bestand-Ratgeber.

Wann lohnt sich der iSFP, wann nicht?

Lohnt sich bei mehreren geplanten Maßnahmen über die nächsten fünf Jahre, bei Mehrfamilienhäusern und bei Komplettsanierungen. Lohnt sich nicht bei einer einzelnen einfachen Einzel-Maßnahme (zum Beispiel allein Heizungstausch oder allein Kellerdecke), weil der Eigenanteil von 600 bis 1.050 EUR den 5-Prozent-Bonus auf eine Einzel-Maßnahme nicht überkompensiert. Detail im iSFP-Ratgeber.